WasserstoffmobilitĂ€t als Energieverschwendung? Eher das Gegenteil 😊

Als Reaktion auf meinen Artikel erhielt ich nachstehendes Schreiben, was ich 1:1 wiedergebe.

Unser vollstĂ€ndig im Kreis Heinsberg ansĂ€ssiges Konsortium H2HS verbindet lokale Wasserstofferzeugung ĂŒber eine 2 MW Elektrolyse, gespeist aus hundert Prozent erneuerbarer, regional erzeugter Energie, mit lokaler H2-Speicherung, Transport ermöglichender H2 Trailer-AbfĂŒllanlage und einer H2-Tankstelle. Die Nutzung des hier erzeugten Wasserstoffs ist zum Start auf die Betankung der Busse beschrĂ€nkt, aber das Projekt ist fĂŒr die Zukunft so aufgestellt, dass alle Stoffströme optimal genutzt und Energie bestmöglich auf CO-freie Nutzung umgestellt werden können.

NatĂŒrlich ist es richtig, dass ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) bei der direkten Nutzung des Stroms effizienter ist als ein Brennstoffzellenfahrzeug (FCEV). Eine 1:1 Vergleichsrechnung mit Blick auf Wirkungsgrade in der Endnutzung greift aber mit Blick auf die Erreichung von Klimazielen und der Transformation unseres Energiesystems auf 100% erneuerbar zu kurz.

Strom ist nicht immer dann verfĂŒgbar, wenn er gebraucht wird. Wasserstoff erlaubt es, diesen Überschussstrom langfristig zu speichern und bedarfsgerecht zu nutzen – genau diese FlexibilitĂ€t brauchen wir bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien.

Resilienz durch Vor-Ort-Bereitstellung des Energiesystems: Unser Projekt bringt Akteure zusammen – ÖPNV, lokale Versorgungsunternehmen, Windprojektierer und Technologielieferanten. Die komplette Wertschöpfung bleibt damit regional: Stromerzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung und Nutzung. Jeder Euro, der hier fließt, stĂ€rkt die Region und macht uns ein StĂŒck weit unabhĂ€ngiger.

Die Energiewende braucht mit Blick auf ein bezahlbares Gesamtsystem nicht entweder/oder, sondern ein sowohl als auch. FĂŒr große, schwere Fahrzeuge (wie Busse oder Nutzfahrzeuge), bei denen Ladezeiten und Reichweite entscheidende Kriterien sind, ist Wasserstoff heute bereits eine praktikable Alternative. Genau deshalb testet die Westverkehr Brennstoffzellenbusse – und ja, mit erfahrenen Ingenieuren, die das gesamte Energiesystem im Blick haben.

Können wir Sektoren koppeln – also Strom, WĂ€rme und MobilitĂ€t intelligent vor Ort vernetzen? Klares Ja! Unsere Infrastruktur, in der das grĂŒne Gas (MolekĂŒle) aus Strom (Elektronen) direkt an der Tankstelle produziert wird, spart Transportwege und zeigt: der Kraftstoff muss in unserem Fall nicht extern erzeugt und „durch die Republik gefahren“ werden – er entsteht vor Ort, aus lokalem Windstrom. Genau das ist ein Modell fĂŒr die Energiewelt von morgen. Wer also fragt, ob wir „noch mehr WindrĂ€der“ brauchen, muss sich auch fragen: Wollen wir Windstrom weiter in solch hohem Ausmaß abregeln und verschwenden – oder ihn intelligent nutzen und speichern und bereits heute alle Quellen nutzen, die uns fĂŒr eine CO2-freie Kraftstoff- und Energieversorgung zur VerfĂŒgung stehen?

Vielleicht haben Sie ja sogar Zeit, am Sonntag auf einen weiteren Dialog bei uns im Wasserstoff-Bus vorbei zu schauen? Wir wĂŒrden uns sehr freuen 😊

Herzlich,
Stefanie Kesting
GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der H2HS Wasserstoffversorgung Heinsberg GmbH

Noch eine Anmekung meinerseits dazu. Über die sachliche Reaktion habe ich mich gefreut. Frau Dr. Kesting habe ich wie folgt geantwortet.

Sehr geehrte Frau Dr. Kesting,
sehr geehrte Frau Fijen,

vielen Dank fĂŒr Ihren sachlichen Kommentar zu meinem Artikel.

Überzeugt haben Sie mich nicht.

ÜberschĂŒssige Energie zu nutzen wĂ€re sehr sinnvoll. Ich frage mich nur, wenn wir so viel Überschuss haben, warum dann noch immer mehr WKA.
Wir können doch nicht den ganzen Kreis, speziell den Selfkant, mit WKA oder Solaranlagen (auf dem Dach ja) „zuballern“.

Hier im Selfkant, wo wir z.B. ĂŒber Jahre eine stabile Kiebitzpopulation aufgebaut haben, sollen an diese Stelle WindrĂ€der. Das ist das „Aus“ fĂŒr den Kiebitz.

Maisfelder als Futter und fĂŒr Biogas so weit das Auge reicht. FĂŒr die Tierwelt (außer Wildscheine) ist so ein Maisfeld eine „GrĂŒne" WĂŒste. Um 80 % ist zum Beispeil die Anzahl der Schmetterlinge in den letzten Jahren zurĂŒck gegangen
.. Als Naturfotograf kann ich das tĂ€glich anhand von Vögeln und Insekten registrieren.

Die (notwendige) Energiewende ist in der vorliegenden Form fĂŒr mich nicht akzeptabel, bzw. schlecht durchdacht, Flickschusterei auf Kosten der Umwelt.(Tiere)

Ihre Einladung kann ich aus persönlichen GrĂŒnden nicht wahrnehmen.

Haben Sie jedoch mal eine Info Veranstaltung zu diesem Thema, bin ich gern dabei.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Uwe Huchel

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