REICHSPOGROMNACHT 1938

REICHSPOGROMNACHT 1938
Arisierung des HARTOG-.

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markiert einen wichtigen Wendepunkt in der deutschen Geschichte, unter dem viele Juden und Jüdinnen leiden mussten.
Sie ist von Gewalt, Zerstörung und Tod geprägt, welche auch als Reichspogromnacht bekannt ist. Das NS-Regime verfolgte die wirtschaftliche Drangsalierung der jüdischen Bevölkerung auch durch deren zunehmend systematische Enteignung. Unter Druck verkauften jüdische Besitzer ihre Geschäfte, Betriebe, und Grundstücke weit unter Wert an „arische“ Unternehmer. Nach der sogenannten „Kristallnacht“ ging die Arisierung von jüdischem Besitz in ihre letzte Phase. Die von Göring am 12. November 1938 erlassene „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ verbot Juden gänzlich das Betreiben von Einzelhandelsgeschäften und Handwerksbetrieben sowie das Anbieten von Waren und Dienstleistungen. Jüdische Gewerbsbetriebe wurden staatlich konfisziert, geschlossen oder in „nichtjüdischen“ Besitz überführt. Bis Anfang 1938 war bereits der überwiegende Teil der jüdischen Betriebe und Geschäfte veräußert beziehungsweise enteignet worden.
Zu Gangelt: Die Anzeige in der „Heinsberger Volkszeitung“ vom 3. Dezember 1938, worin die gesamte Öffentlichkeit darüber informiert wurde, dass das Geschäft des jüdischen Besitzers Emil Hartog durch „Arisierung“, d.h. durch zwangsweise Enteignung nun in „Linnards-van de Weyer“ umbenannt worden war, aller Wahrscheinlichkeit der Name seiner neues „arischen“ Gangelter Geschäftsbesitzers. Die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ vom 12. November 1938 war ein entscheidender Schritt in der politischen und gesellschaftlichen Ausgrenzung der Juden in Deutschland. Sie verbot Juden das Betreiben von Einzelhandelsverkaufsstellen, Versandgeschäften und Handwerksbetrieben sowie das Anbieten von Waren und Dienstleistungen. Jüdische Gewerbebetriebe wurden staatlich konfisziert, geschlossen oder in „nichtjüdischen“ Besitz überführt.
Die Söhne von Emil Hartog kamen in NS-„Schutzhaft“.  Er selbst wurde 1942 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Zum Schicksal seiner weiteren Verwandten sollte unbedingt die von Ratsfrau und Autorin Ingrid Heim verfasste hochinteressante Broschüre "STATIONEN DER ERINNERUNG" gelesen werden, die mittlerweile in vier Sprachen (D, NL, E, F) vorliegt: https://gangelt.de/geschichte

Harry Seipolt

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